Das vergangene Jahr blieb für die Logistikbranche anspruchsvoll. Wirtschaftliche Unsicherheiten, Kostendruck und regulatorische Entwicklungen beeinflussten weiterhin die Rahmenbedingungen in vielen europäischen Märkten. Ungeachtet dessen setzte die Gruppe ihre strategischen Prioritäten konsequent um – darunter die Dekarbonisierung, die schrittweise Erneuerung der Lkw-Flotte, Maßnahmen in den Bereichen Arbeitssicherheit und Arbeitsbedingungen sowie die Stärkung der Unternehmensführung. Das teilt die Raben Group im Zuge der Veröffentlichung ihres Nachhaltigkeitsberichtes 2025 mit.
Fortschritte bei Dekarbonisierung und Energiewende
Im Jahr 2025 setzte die Gruppe ihre Investitionen in die Dekarbonisierung fort. Der Anteil von Biodiesel (HVO) in der eigenen Flotte stieg auf 7,6 Prozent, zudem wurden 19 Elektro-Lkw eingeführt. Parallel dazu wurde die Flotte kontinuierlich modernisiert. Aktuell erfüllen 99 Prozent der eigenen Fahrzeuge den EURO-VI-Standard; unter Einbeziehung von Transportpartnern liegt der Anteil bei 73 Prozent. Dadurch konnte erstmals eine Reduktion der transportbezogenen Emissionen der eigenen Flotte erreicht werden. Zudem wurde die Ladeinfrastruktur für schwere Nutzfahrzeuge weiter ausgebaut und erreicht inzwischen eine installierte Leistung von nahezu sechs MW.
Parallel entwickelte die Raben Group neue Logistikstandorte in Polen und Deutschland nach hohen Energieeffizienzstandards. Diese nutzen erneuerbare Energien wie Photovoltaik und Wärmepumpen. Ein Teil des Strombedarfs wird zudem über Power Purchase Agreements (PPA) und Herkunftsnachweise gedeckt. Insgesamt führten diese Maßnahmen zu einer Reduktion der direkten Emissionen (Scope 1 und 2) um 41 Prozent gegenüber 2020.
Fokus auf Gesundheit, Sicherheit und Arbeitsbedingungen
Auch im sozialen Bereich wurden 2025 Fortschritte erzielt. Ein zentraler Meilenstein war die Aktualisierung und Einführung des Verhaltenskodex für Mitarbeitende und Lieferanten, ergänzt durch entsprechende Schulungsprogramme. Mehr als 40 Prozent der Mitarbeitenden haben diese Schulungen bereits abgeschlossen.
Zudem wurden acht Prozent der Lieferanten in ein Programm zur Bewertung ihrer ESG-Konformität aufgenommen. Die Gruppe stellt außerdem Tools zur Emissionsmessung bereit und unterstützt Partner bei der Entwicklung eigener Dekarbonisierungsstrategien.
Darüber hinaus setzte die Raben Group ihre Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Fahrer fort und engagiert sich für die „Responsible Trucking Social Guidelines“, die europaweit einheitliche Standards fördern. Der Frauenanteil in Führungspositionen lag 2025 bei 33 Prozent.
Unabhängige ESG-Bewertungen
Die ESG-Leistung der Raben Group spiegelt sich auch in externen Ratings wider. 2025 erhielt das Unternehmen eine Silbermedaille im EcoVadis-Rating mit 77 Punkten – eine Verbesserung um 6 Punkte gegenüber dem Vorjahr. Damit zählt die Gruppe zu den besten ein Prozent der bewerteten Unternehmen im Straßengüterverkehr.
Zusätzlich wurde das Carbon Disclosure Project (CDP) Climate Rating auf dem Niveau „B“ bestätigt. Dies unterstreicht die Bemühungen um transparente Klimaberichterstattung sowie das Management klimabezogener Risiken und Chancen.
Dekarbonisierung in Deutschland
Deutschland ist der zweitgrößte Markt der Raben Group und spielt eine zentrale Rolle bei der Dekarbonisierung. Bis 2028 sollen alle Standorte über Power Purchase Agreements vollständig mit Grünstrom versorgt.
Ausgewählte Logistikstandorte sollen nach dem Zero-Emission-Standard entwickelt und eine Reduktion der betrieblichen Emissionen um bis zu 96 Prozent ermöglichen. 2025 wurde zudem der Einsatz von HVO-Kraftstoff weiter ausgebaut. Gleichzeitig sind 15 Ladepunkte für schwere Nutzfahrzeuge installiert und die elektrische Flotte auf elf Fahrzeuge erweitert worden.
Nachhaltigkeits-Highlights 2025:
- 41 % Reduktion der Scope-1- und Scope-2-Emissionen gegenüber 2020
- 96 % Grünstromanteil an operativen Standorten
- 19 Elektro-Lkw sowie steigender Einsatz von HVO-Kraftstoff
- 33 % Frauenanteil in Führungspositionen
- 77 Punkte im EcoVadis-Rating, Silbermedaille (Top 1 % im Straßengüterverkehr)
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