Nachhaltigkeit hat sich in der Wirtschaft etabliert. Unternehmen integrieren sie zunehmend als strategisches Thema, angetrieben durch Kunden- und Mitarbeiteranforderungen, politische Rahmenbedingungen, Investorendruck und die Erkenntnis, dass nachhaltiges Wirtschaften langfristig wirtschaftliche Vorteile bringt. Die Transformation hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen, insbesondere im Umgang mit Scope-3-Emissionen. Während viele Wirtschaftsunternehmen aus Industrie und Handel ihren bisherigen Fokus auf die direkten Treibhausgasemissionen (Scope-1 und -2) gelegt haben, richtet sich nun der Blick auf die indirekten Emissionen in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette. Je nach Branche entfallen dabei bis zu 98 Prozent der CO₂-Emissionen auf die Lieferkette. Damit rückt die Logistik als ein wesentlicher Erfolgsfaktor in den Mittelpunkt der Dekarbonisierung der Wirtschaft.
Logistik als Treiber der nachhaltigen Transformation
Industrieunternehmen erkennen zunehmend, dass eine konsequente Dekarbonisierung ohne die Einbindung der Transport- und Umschlagprozesse kaum möglich ist. Moderne Logistikdienstleister entwickeln daher gemeinsam mit ihren Kunden Strategien, die ökologische Verantwortung und wirtschaftliche Effizienz verbinden – mit Fokus auf technologische Innovationen und intermodale Lösungen.
Zukunftsweisende Konzepte entstehen dort, wo Industrie, Energieversorgung und Logistik Nachhaltigkeit nicht als isoliertes Projekt sehen. Dies wurde von Logistikunternehmen wie der HGK Logistics and Intermodal GmbH früh erkannt. Bereits heute setzt sie an allen Standorten auf Ökostrom. Zusätzlich wurden in einem Logistik-Zentrum eine leistungsstarke PV-Anlage installiert. Diese versorgt nicht nur den Standort, sondern auch die Ladesäulen für E-LKWs, die Transportwege zwischen Produktionsstandort und Lager übernehmen.
Kombinierter Verkehr für nachhaltigen Transport
Ein Schlüssel für nachhaltige Transportlösungen im Güterverkehr ist der kombinierte Verkehr (KV). Die intelligente Kombination der Verkehrsträger ermöglicht eine effiziente und umweltfreundlichere Transportkette, bei der die Ladeeinheit lediglich umgeschlagen wird. KV-Terminals spielen daher eine entscheidende Rolle in der Dekarbonisierung.
Derzeit wird ein Großteil des europäischen Güterverkehrs straßengebunden über LKWs abgewickelt, deren Betrieb mit einem vergleichsweise hohen CO2-Ausstoß verbunden ist. Insbesondere bei langen Distanzen bietet der kombinierte Verkehr, durch den Einsatz von Zügen oder Schiffen, eine umweltfreundlichere Lösung. Eines der größten CO2-Einsparpotentiale, bis zu 80 Prozent, besteht in der Verlagerung von der Straße auf die Schiene. Bei großen Mengen kann auch der Transport per Schiff eine hohe CO2-Einsparung erzielen. Um die Vorteile zu nutzen, müssen die Verkehrsmittel möglichst effizient miteinander kombiniert werden. Die Kooperation von Industrie und Logistik ermöglicht solche intermodale Transportketten, die eine Reduktion der Scope-3-Emissionen zur Folge haben.
KV-Terminals als Lösung
Bei diesem Vorhaben rücken KV-Terminals in den Fokus. Ein intelligentes, nachhaltiges KV-Terminal ist mehr als ein Umschlagplatz für Container. Es ist die Schaltzentrale einer klimafreundlichen und vernetzten Logistikkette. Durch den Einsatz innovativer Technologien, wie cloudbasierte Softwarelösungen zur Steuerung der Containerbewegungen oder künstlicher Intelligenz zur Ressourcenplanung, können Transportmittel und Umschlaggeräte optimal eingebunden werden – Umschlags- und Wartezeiten werden minimiert. So entsteht ein Ökosystem, dass durch Automatisierung, Digitalisierung und Energieeffizienz Transporte vorausschauend steuert, Ressourcen spart und Emissionen reduziert. Dabei werden nachhaltige Parameter in jedem Schritt der Transportkette beachtet: Das KV-Terminal hat eine PV-Anlagen oder nutzt Ökostrom, die Verkehrsmittel verwenden möglichst nachhaltige Antriebstechnologien und werden so effizient wie möglich kombiniert. Große Mengen werden zunächst per Schiff transportiert, können an KV-Terminals für den weiteren Transport ins Inland auf die Schiene umgeladen werden und die letzte Meile erfolgt per E-LKW.
Zur Dekarbonisierung der Transportketten ist es also von entscheidender Bedeutung, die Stärken der einzelnen Verkehrsträger ideal miteinander zu verknüpfen. KV-Terminals sind somit essenziell: Sie überzeugen sowohl technisch als auch ökologisch und helfen Unternehmen, ihre Scope-3-Emissionen zu reduzieren.