Gemeinsam mit shipzero hat Hellmann Daten aus rund 20 Transport-Management-Systemen (TMS) harmonisiert.

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CASE: 20 TMS-Systeme, eine Wahrheit

04.03.2026

Wie Hellmann konsistente Emissionstransparenz schafft.

Hellmann berechnet seit mehreren Jahren Emissionen für Kunden – allerdings überwiegend manuell oder teilautomatisiert und meist bezogen auf einzelne TMS. Sobald ein Kunde über Länder, Segmente oder Produktarten hinweg betreut wurde, entstanden parallel mehrere Reports – teilweise mit unterschiedlichen Zeitfenstern und uneinheitlichen Übersichten. Eine konsolidierte, unternehmensweite Sicht auf Road, Rail und CEP fehlte.

Zentrale Ursache: die Vielfalt der eingesetzten TMS-Systeme. Je nach Verkehrsträger sowie innerhalb von Unterprodukten (zum Beispiel Direct Load oder Stückgut) waren unterschiedliche Systeme im Einsatz. Hinzu kamen Übergaben zwischen Systemen, die ohne globale Shipment-ID schwer nachvollziehbar waren. Eine saubere Aggregation inklusive der Vermeidung möglicher Doppelzählungen wurde dadurch schnell zum Engpass.

„Die Berechnung ist am Ende nicht das Schwierigste. Die Krux ist die Datengrundlage – Daten aus unterschiedlichen TMS-Systemen so einheitlich zu bekommen, dass sie vergleichbar und nutzbar werden“, Daniel Hülemeyer, Head of Sustainability, Hellmann Worldwide Logistics

Lösung: Standardisierte Data Ingestion als Qualitätsfundament

Hellmann entschied sich bewusst für shipzero als qualitätsorientierten Partner, um Komplexität zu reduzieren und interne Ressourcen zu schonen. shipzero brachte dabei Expertise in zwei entscheidenden Dimensionen ein: Erstens die Prozessierung großer, heterogener Datenmengen (Datenpipeline, Mapping, Aggregation). Zweitens die methodische Kompetenz für Emissionsbilanzierung nach internationalen Standards wie ISO 14083 und dem GLEC-Framework.

Kern des Ansatzes war ein standardisierter Setup- und Dokumentationsprozess pro angebundenem TMS. shipzero erfasste die Exportstrukturen, dokumentierte systematisch individuelle Datenformate sowie Tabellenstrukturen und definierte einheitliche Zielfelder, die für jedes System gemappt wurden.
Zusätzlich identifizierte shipzero weitere Hebel für höhere Datenqualität – etwa welche Felder (z.B. Fahrzeugklasse, Kraftstoffart, Emissionsklasse, Full Truck Load/Less Than Truck Load) in Quellsystemen sinnvoll als Pflichtfelder ergänzt werden können, um die Berechnung noch präziser zu machen.

shipzero fungierte als Brücke zwischen IT-Datenstrukturen und den Anforderungen der Emissionsbilanzierung, in enger Abstimmung mit rund 25 Ansprechpartnern auf Hellmann-Seite.
„Die Kooperation ist extrem gut: shipzero agiert pragmatisch, lösungsorientiert und mit einer tiefen Expertise. Und wir bekommen sehr ehrlich gespiegelt, wo wir unsere Datenqualität erhöhen können“, so Hülemeyer.

Ergebnis: mehr als 95% Abdeckung und eine neue Steuerungsgrundlage

Mit der standardisierten Datenaggregation aus rund 20 TMS bezieht Hellmann heute mehr als 95% der relevanten Sendungen im Bereich Road, Rail und CEP in die Berechnungen ein. Dies bildet eine fundamentale Grundlage zur Steuerung und Reduktion von Scope-3-Emissionen sowie für den jährlichen CCF. Individuelle Customer Reports und Managementübersichten lassen sich dadurch konsistent und vergleichbar erstellen – und das über Systeme, Länder und Produktlinien hinweg.

Im Projekt wurden zudem Datenübergaben zwischen Ländern und Segmenten sichtbar, die zuvor unbemerkt geblieben wären. Durch Bereinigung und Standardisierung wurde die Vergleichbarkeit über Systeme hinweg deutlich erhöht. Die langfristige Vision einer globalen Shipment-ID bleibt ein Zielbild, das Hellmann weiterverfolgt.

Ein weiterer Mehrwert: Durch Standardisierung werden Daten leichter teilbar – auch in Partnernetzwerken (z.B. NG.Network), selbst wenn konkrete Austauschformate noch gemeinsam definiert werden. Hülemeyer: „Ohne die neue Datengrundlage hätten wir den CCF für Road, Rail und CEP in dieser Qualität nicht hinbekommen – und wir hätten keine echte, aussagekräftige Kennzahl gehabt.“

Ausblick: Datenanalyse internalisieren und Book & Claim skalieren

In der nächsten Phase möchte Hellmann die von shipzero etablierten Datenstandards tief in die eigenen IT-Systeme integrieren und in der Datenanalyse wieder selbstständiger werden. Parallel soll die Anzahl der TMS-Systeme perspektivisch verringert werden, um Komplexität zu reduzieren und Vergleichbarkeit weiter zu erhöhen. Zusätzliche Datenpunkte in den Quellsystemen sollen dazu beitragen, modellierte Berechnungen kontinuierlich genauer zu machen.

Darüber hinaus führt Hellmann gemeinsam mit shipzero Book & Claim ein. Erste Kunden haben bereits Interesse gezeigt. shipzero unterstützt Hellmann dabei mit spezifischer Expertise und Plattform-Funktionalitäten – basierend auf seinem von unabhängigen Umweltgutachtern validierten Ansatz. „Wir wollen die Standards, die shipzero für uns aufgebaut hat, stärker in unsere eigenen Systeme integrieren – und zugleich die Basis nutzen, um neue Produkte wie Book & Claim skalierbar anzubieten“, sagt Hülemeyer abschließend.

Über Hellmann

Hellmann hat sich seit seiner Gründung 1871 zu einem der großen internationalen Logistikanbieter entwickelt. Mit den Produkten Airfreight, Seafreight, Road, Rail & CEP und Contract Logistics bietet das Unternehmen passende Lösungen für die komplexen Logistikanforderungen seiner Kunden. Hellmann ist an rund 250 Niederlassungen in mehr als 60 Ländern vertreten. 2024 erzielte der Logistikdienstleister einen Umsatz von 3,8 Mrd. Euro.

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