Steigende Energiekosten, strengere Klimavorgaben und Berichtspflichten stellen Mieter von Logistik- und Industrieimmobilien vor wachsende Herausforderungen. „Wer eine Logistikhalle nutzt, die mehr leistet als vorgeschrieben, zahlt weniger für Energie, muss keine Nachrüstungen oder Umbauten im laufenden Betrieb fürchten und verfügt über belastbare Zahlen für den eigenen Nachhaltigkeitsbericht“, sagt Fabio Kirchgeßner, Managing Director Panattoni Germany.
Die Vorgaben werden strenger
Gebäude verursachen europaweit einen großen Teil der Treibhausgasemissionen. Mit entsprechenden Regularien wie der novellierten EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) will sie die Politik signifikant senken. Die darin gemachten Vorgaben setzt in Deutschland das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Es trat am 29. Juli 2026 in Kraft trat und verschärft in mehreren Stufen bis 2030 die Anforderungen. Es verlangt effizientere Gebäudehüllen und Anlagentechnik, eine Wärmeversorgung ohne fossile Brennstoffe und mehr erneuerbare Energien. Logistikimmobilien bieten mit ihren großen Flächen und Dächern dabei besonders viel Potenzial. „Wir verstehen die gesetzlichen Vorgaben nicht als Ziel, sondern als Ausgangspunkt, damit unsere Gebäude für die Nutzer auch dann noch wirtschaftlich sind, wenn die Anforderungen weiter steigen“, führt Kirchgeßner weiter aus.
Ein Gesamtkonzept von Anfang an
„Damit Logistikflächen langfristig effizient betrieben werden können, müssen Gebäudehüllen, Wärmeversorgung und Energieerzeugung bereits in der Planung zusammen gedacht werden“, betont Kirchgeßner. Dächer mit 140 bis 180 Millimetern und Fassaden mit 100 bis 150 Millimetern Dämmung halten die Wärme bei niedrigen Temperaturen im Gebäude und schützen gleichzeitig bei hohen Außentemperaturen vor Hitze. Geheizt wird fossilfrei mit Strom, statt mit Gas oder Öl, und großflächige Photovoltaikanlagen erzeugen einen erheblichen Teil des benötigten Stroms direkt auf dem Dach. Wo noch keine PV-Anlage installiert ist, sind die Gebäude dafür vorgerüstet. Durch diesen ganzheitlichen und vorausschauenden Ansatz bleiben Mietern aufwendige Sanierungen und Störungen im laufenden Betrieb erspart.
Planbare Kosten und belastbare Nachweise
„Je stärker eine Logistikimmobilie die gesetzlichen Grenzwerte unterschreitet, desto geringer sind die Betriebskosten. Wenn ein großer Teil des Stroms auf dem eigenen Dach erzeugt wird, schlagen Preisschwankungen am Energiemarkt viel weniger auf die Nebenkosten durch. Das macht die Kosten über die Mietdauer besser plan- und steuerbar“, erklärt Kirchgeßner.
Auch bei den Nachweisen haben Mieter einen Vorteil, denn viele Unternehmen müssen über ihre Emissionen berichten oder haben sich eigene Klimaziele gesetzt. Bei vollflächiger PV-Belegung werden viele Objekte nach dem CRREM-Pfad als klimaneutral im Betrieb bewertet. Hinzu kommt die EU-Taxonomie: Nach dem GModG gilt ein Gebäude als Beitrag zum Klimaschutz im Sinne der Taxonomie, wenn es den Referenzwert seiner Gebäudeklasse um mindestens zehn Prozent unterschreitet. Von den Immobilien, die Panattoni in den vergangenen drei Jahren fertiggestellt hat, erfüllen 50 diese Vorgabe.
Beispiele aus der Praxis: Niederzissen und Bischweier
Wie weit sich die Mindeststandards übertreffen lassen, zeigen zwei Standorte, die Panattoni entwickelt hat. Die Logistikimmobilie in Niederzissen in Rheinland-Pfalz unterschreitet den gesetzlichen Referenzwert für den Primärenergiebedarf um mehr als 79 Prozent und ist damit der effizienteste Standort von Panattoni in Deutschland. Das internationale Logistik- und Konsolidierungszentrum, das Panattoni für Mercedes-Benz im baden-württembergischen Bischweier entwickelt hat, liegt mehr als 70 Prozent unter dem Referenzwert. Die Nutzer beider Standorte profitieren von niedrigen Energiekosten, belastbaren Zahlen für die eigene Nachhaltigkeitsbilanz und zukunftsfähigen Gebäuden.
Entwickelt für die nächsten Jahrzehnte
Energiemarkt und Regulierung werden sich weiter verändern, und der Energiebedarf der Logistikbranche wird in den kommenden Jahrzehnten deutlich steigen. Für Mieter ist deshalb weniger entscheidend, ob eine Immobilie heute die Anforderungen des GModG erfüllt. Wichtiger ist, ob sie auch in 20 oder 30 Jahren noch wirtschaftlich und klimaverträglich betrieben werden kann. Nach diesem Maßstab plant Panattoni schon heute, damit Mieter dauerhaft von niedrigen Kosten, einem verlässlichen Betrieb und einem zukunftsfähigen Standort profitieren.