Der Deutsche Umweltpreis 2026 in Höhe von insgesamt 500.000 Euro geht zu gleichen Teilen an Membranfilter-Ingenieur Dr. Klaus Vossenkaul, Gründer und Geschäftsführer der Firma Membion aus Roetgen, sowie an die Hamburger Umweltjuristin Dr. Roda Verheyen. Die von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) dieses Jahr zum 34. Mal vergebene Ehrung zählt zu den höchstdotierten Umweltauszeichnungen Europas. Die beiden Ausgezeichneten seien „Mutmacher, die zeigen, wie es positiv vorangehen kann“, so DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. Vossenkaul ist für seine innovativen Weiterentwicklungen bei der Membranfiltertechnologie für die Abwasserreinigung in Kläranlagen ausgezeichnet worden, Verheyen wegen der Durchsetzung rechtlicher Vorgaben für mehr Umwelt- und Klimagerechtigkeit.
Technologischer Fortschritt und Fortentwicklung des Rechts
In seiner Rede zum Festakt sagte Bundespräsident Walter Steinmeier sagte mit Blick auf Verheyen und Vossenkaul, er freue sich, „dass wir zwei Menschen auszeichnen, die zum einen für den technologischen Fortschritt, zum anderen für die Fortentwicklung des Rechts Herausragendes geleistet haben“. Verheyen habe als Juristin „vielen Menschen Möglichkeiten aufgezeigt, für ihre Interessen zu streiten, wenn es um den menschengemachten Klimawandel und seine Folgen geht“. Steinmeier an die Adresse Verheyens: „Sie haben ihnen zur Seite gestanden und ihnen Gehör verschafft im Streit mit Konzernen und Regierungen, um unser aller ,Recht auf Zukunft‘, wie Sie es sagen, zu sichern.“ Der Bundespräsident erinnerte an Verheyens „entscheidenden Anteil daran, dass das Bundesverfassungsgericht sein Diktum zur Klimaneutralität bis 2045 gefällt hat“. Laut Steinmeier erweiterte der Beschluss „die heute zu schützenden Grundrechte und Freiheiten um diejenigen der kommenden Generationen“.
EU-Kommunalabwasser-Richtlinie muss bis Juli 2027 in nationales Recht umgesetzt sein
Membranfilteringenieur Vossenkaul wiederum sei ein „Technologie-Pionier in herausragender Art und Weise“, so Steinmeier. Die Kommunalabwasser-Richtlinie der Europäischen Union (EU), kurz ebenfalls KARL, solle durch zusätzliche Verfahren sicherstellen, dass gesundheitsschädliches Mikroplastik, gefährliche Keime und Krankheitserreger, aber auch Rückstände von Arzneimitteln aus dem Abwasser herausgefiltert werden. Bis Juli 2027 haben die EU-Mitgliedstaaten Zeit, die Richtlinie in nationales Recht umzusetzen. Eine Grundlage dafür seien technische Innovationen. Vossenkauls weiterentwickelte Membrantechnologie leiste dazu einen Beitrag. Die Membranfilter aus Hohlfasern soll bei der Nach- und Umrüstung von Kläranlagen helfen, „und das platz-, energie- und somit kostensparend“, so Steinmeier.