Transparenz bei den eigenen Transportemissionen zu schaffen, war für Pflaum nur der erste Schritt.

Bild: Spedition Pflaum GmbH

CASE: Vom transparenten Transport zur kompletten Unternehmensbilanz

21.08.2026

Wie Pflaum seinen Corporate Carbon Footprint (CCF) mit shipzero aufgebaut hat. Die Spedition hat nun die Emissionsbilanzierung auf das gesamte Unternehmen ausgeweitet.

Transparenz bei den eigenen Transportemissionen zu schaffen, war für Pflaum nur der erste Schritt. Gemeinsam mit shipzero hat das Unternehmen nun seinen erste Corporate Carbon Footprint (CCF) fertiggestellt und die Emissionsbilanzierung auf das gesamte Unternehmen ausgeweitet. Statt auf gesetzlichen Druck zu warten, nutzte Pflaum die bestehende Datenbasis aus dem Transportbereich als Startpunkt für eine unternehmensweite Bilanz über zwölf Kategorien des GHG Protocol (Greenhouse Gas Protocol, deutsch: Treibhausgasprotokoll).

Zusammenfassung

Pflaum hat gemeinsam mit shipzero seine bestehende Transportemissions-Erfassung zu einem vollständigen Corporate Carbon Footprint ausgebaut. Zuvor über Niederlassungen, Lager und Standorte verstreute Daten laufen jetzt in einem einzigen, strukturierten Berichtsprozess zusammen.

Pflaum nutzte shipzero, um:
● einen vollständigen Corporate Carbon Footprint über Scope 1, 2 und 3 aufbauen – über den Transport hinaus für das gesamte Unternehmen
● bisher verstreute Daten zu zentralisieren: Energieverbrauch, Abfall, Investitionsgüter und mehr aus allen Niederlassungen, Lagern und sogar Fahrerunterkünften
● die Datenerfassung für den CCF zwischen dem ersten und zweiten Berichtszyklus um rund 50 % zu beschleunigen,
● granulare Emissionsdaten zu nutzen, um Investitionen in Flottenelektrifizierung und alternative Kraftstoffe zu bewerten,
● sich frühzeitig auf kommende Berichtspflichten vorbereiten – mit einem CSRD-konformen Reporting-Format,
● ein klares Ziel zu verfolgen und zu messen: 75 % der Logistikbetriebe bis 2030 mit erneuerbarer Energie zu versorgen.

„Wir wollten nicht warten, bis uns das Thema einholt. Die Erweiterung unserer Transportdaten zu einem vollständigen Corporate Carbon Footprint war die Chance, vorne dabei zu sein und Erfahrung aufzubauen."
René Rippstein, Leiter Controlling, Pflaum

Herausforderung: Aus verstreuten Unternehmensdaten eine Bilanz erstellen

Nachdem Pflaum mit shipzero Transparenz bei Transportemissionen geschaffen hatte, setzte sich die Geschäftsführung von Pflaum ein größeres Ziel: einen vollständigen Corporate Carbon Footprint für das gesamte Unternehmen, nicht nur für den Transport. Da Transport bereits mehr als 90 % der Gesamtemissionen ausmachte, war die Ausweitung ein naheliegender nächster Schritt – und einer, den Pflaum frühzeitig angehen wollte, noch vor den erwarteten gesetzlichen Berichtspflichten.

Eine unternehmensweite Bilanz hatte es bei Pflaum vorher nicht gegeben. Die nötigen Daten – Energierechnungen, Fahrzeug- und Ausrüstungsunterlagen, Einkaufsdaten – existierten zwar irgendwo im Unternehmen, sie waren jedoch verstreut über Abteilungen, in unterschiedlichen Formaten, ohne gemeinsame Struktur.

„Wir wussten, dass die Daten im Unternehmen existierten – wir wussten nur nicht immer, wo. Allein der Überblick über jeden Standort und jede Verbrauchsart zu schaffen, war der größte Teil der Arbeit. Größer als die eigentliche Emissionsberechnung."
Matthias Hummel, Controller, Pflaum

Lösung: Auf bestehendem Vertrauen aufbauen

Weil shipzero die Transportemissionen von Pflaum bereits berechnet hatte, war die Erweiterung der Partnerschaft auf den vollständigen CCF ein naheliegender Schritt. Die Zusammenarbeit hatte sich bereits bewährt. Das shipzero-Team brachte logistikspezifisches Fachwissen mit – und die praktische Begleitung, die ein für das Controlling-Team komplett neues Thema brauchte.

Gemeinsam mit den CCF-Experten von shipzero baute Pflaum eine strukturierte Bestandsaufnahme aller Niederlassungen, Lager und Standorte auf: Energie-, Abfall-, Kältemittel- und Einkaufsdaten, verteilt auf zwölf GHG-Protocol-Kategorien – gespeist aus Telematiksystemen, Energieversorgern, ERP-Exporten und Rechnungen. Wo Standardvorlagen nicht zu den bestehenden Systemen von Pflaum passten, passte sich shipzero an – nicht umgekehrt. Die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit, von Qualitätsmanagement bis Flottenbetrieb, half zusätzlich, bereits vorhandene Daten aus anderen Zertifizierungen nutzbar zu machen.

„Wir sind bei null gestartet. Allein zu verstehen, was in welche Kategorie gehört, hat Zeit gekostet. Dass das shipzero-Team für regelmäßige Meetings verfügbar war, hat den Unterschied gemacht."
Matthias Hummel, Controller, Pflaum

Sobald die Grundstruktur stand, sank der Aufwand für die folgenden Berichtszyklen deutlich: Zwischen dem ersten CCF (Geschäftsjahr 2024) und dem zweiten (Geschäftsjahr 2025) reduzierte sich die aufgewendete Zeit für die Datenerfassung um rund 50 %. Möglich wurde das durch den standardisierten Erfassungsprozess und die Vorlagen von shipzero: Sie gaben dem Pflaum-Team eine wiederverwendbare Struktur, statt jedes Jahr bei null zu beginnen. Die verbleibende Zeit hängt inzwischen fast ausschließlich von externen Faktoren ab, die weder shipzero noch Pflaum beeinflussen können: Energierechnungen und Jahresabschlüsse, die erst Monate nach Ablauf des Berichtszeitraums vorliegen.

Der Prozess bot zudem Gelegenheit, interne Abläufe zu modernisieren: Pflaum bündelte Stromtarife mehrerer Standorte in gemeinsamen Verträgen und kennzeichnet Rechnungen inzwischen direkt bei der digitalen Erfassung nach Emissionskategorie – das reduziert den manuellen Aufwand für künftige Berichtszyklen.

Ergebnisse: Ein vollständiger CCF – und ein Entscheidungsinstrument

Pflaums erster vollständiger Corporate Carbon Footprint belief sich für das Geschäftsjahr 2024 auf 150.852 Tonnen CO₂e. Rund 93 % davon entfallen auf den Transport (Scope 1) – das deckt sich mit den eigenen Erwartungen von Pflaum aus früheren internen Schätzungen. Scope 2 (Strom) trägt weniger als 1 % bei, den Rest machen die übrigen Scope-3-Kategorien aus, darunter eingekaufte Güter, Investitionsgüter und Abfall. Kategorien, die für produzierende Unternehmen typisch sind – etwa vor- und nachgelagerte Emissionen der Wertschöpfungskette – treffen auf Pflaum als Transport- und Logistikdienstleister nicht zu und wurden ausgeschlossen. Für Kategorien mit geringer Wesentlichkeit, etwa das Pendeln von mehr als 1000 Fahrern, einigten sich Pflaum und shipzero auf eine pragmatische, verhältnismäßige Methodik – statt akribischer Präzision für eine Kategorie, die nur einen Bruchteil eines Prozents zur Gesamtbilanz beiträgt.

Über die Kernzahlen hinaus brachte der Prozess eine Detailtiefe, die es vorher nicht gab – bis hin zu Emissionsfaktoren einzelner Kategorien eingekaufter Güter. Und er lieferte der Unternehmensleitung eine faktenbasierte Grundlage, um laufende Flottenentscheidungen zu bewerten, etwa die Umstellung auf Bio-CNG, Bio-LNG und Elektrofahrzeuge. Ob sich das in den Zahlen niederschlägt, zeigt die kommende Bilanz für das Geschäftsjahr 2025.

„Jede Flottenentscheidung, die wir heute treffen, stützt sich auf echte Daten. Wir sehen, ob die Umstellung auf alternative Kraftstoffe tatsächlich etwas bewegt – und können das intern begründen, auch wenn die Anschaffung teurer ist."
René Rippstein, Leiter Controlling, Pflaum

Ausblick: Wie die Partnerschaft über den CCF hinauswächst

Pflaums erste Case Study mit shipzero trug den Titel „Warum Transparenz bei CO₂e-Transportemissionen erst der Anfang ist" – im Rückblick ein treffender Titel. Mit dem ersten vollständigen Corporate Carbon Footprint hat Pflaum das nächste Puzzleteil auf diesem Weg gemeistert. Pflaum plant, den Corporate Carbon Footprint auch extern zu veröffentlichen – und die Transparenz, die Kunden bei Transportemissionen bereits haben, auf die gesamte Unternehmensbilanz auszuweiten. Formal ist der CCF noch nicht an ein Zielrahmenwerk wie SBTi gekoppelt. Durch das CSRD-konforme Reporting-Format von shipzero ist Pflaum aber bereits vorbereitet, sollten verbindliche Offenlegungspflichten kommen.

Als Nächstes wollen Pflaum und shipzero die Dateneingabe direkt auf die Plattform verlagern, damit Standortleiter Verbrauchsdaten künftig selbst eintragen können statt über Tabellenkalkulationen. Auf der Roadmap steht außerdem Book & Claim, angestrebt für 2027–2028. Besonders das Controlling-Team von Pflaum interessiert sich für den monetären Wert, den bereits getätigte Investitionen in nachhaltige Kraftstoffe freisetzen könnten.

Bildergalerie

  • Gemeinsam mit shipzero hat die Spedition Pflaum nun seinen ersten Corporate Carbon Footprint (CCF) fertiggestellt und die Emissionsbilanzierung auf das gesamte Unternehmen ausgeweitet.

    Gemeinsam mit shipzero hat die Spedition Pflaum nun seinen ersten Corporate Carbon Footprint (CCF) fertiggestellt und die Emissionsbilanzierung auf das gesamte Unternehmen ausgeweitet.

    Bild: Spedition Pflaum GmbH

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