Lime senkt unternehmensweite Emissionsintensität seit 2019 um 81,4 Prozent.

Bild: LimeBike Germany GmbH

Citylogistik: Lime baut Einsatz von HVO100 und E-Lkw aus

15.09.2026

Das Unternehmen hat 2025 Transporte mit dem erneuerbaren Kraftstoff HVO100 auf mehr als 16 europäische Städte und insgesamt 350 Fahrten ausgeweitet. Parallel elektrifiziert Lime weitere Teile seiner eigenen Betriebsflotte.

Lime, eigenen Angaben zufolge ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich der geteilten Mikromobilität, hat die unternehmensweite Intensität seiner Treibhausgasemissionen im Jahr 2025 gegenüber dem Basisjahr 2019 um 81,4 Prozent verringert. Die Kennzahl setzt die Emissionen aus den Bereichen Scope 1, Scope 2 und Scope 3 ins Verhältnis zu den mit Lime-Fahrzeugen zurückgelegten Kilometern. Im selben Zeitraum stieg die weltweite Fahrleistung der E-Scooter und E-Bikes des Unternehmens um rund 250 Prozent.

Gegenüber 2024 verbesserte sich die unternehmensweite Emissionsintensität um 14,6 Prozentpunkte. Das entspricht einem Rückgang um 44 Prozent innerhalb eines Jahres. Berücksichtigt werden dabei unter anderem die weltweiten Geschäftsaktivitäten von Lime, die Lieferkette, die Logistik und die vorgelagerte Produktion.

Auch bei den wissenschaftsbasierten Klimazielen liegt Lime nach eigenen Angaben vor dem vorgesehenen Reduktionspfad. Die absoluten Scope-1- und Scope-2-Emissionen lagen 2025 um 77,2 Prozent unter dem Niveau von 2019. Damit erreicht das Unternehmen bereits heute einen Wert, der im eigenen Reduktionspfad erst vier Jahre später vorgesehen war. Die Emissionsintensität der für das Klimaziel relevanten Scope-3-Kategorien sank um 79,5 Prozent und liegt damit mehr als zwei Jahre vor dem vorgesehenen Pfad. Die Klimaziele von Lime wurden von der Science Based Targets initiative, kurz SBTi, validiert. Die direkten Emissionen aus Scope 1 und Scope 2 wurden 2025 erstmals einer unabhängigen Prüfung mit begrenzter Sicherheit durch das unabhängige Ingenieurberatungsunternehm wsp unterzogen.

Fortschritte auf dem Weg zum Netto-Null-Ziel

Lime verfolgt das Ziel, seine Treibhausgasemissionen über Scope 1, Scope 2 und Scope 3 hinweg bis 2030 auf Netto-Null zu senken. Nach Unternehmensangaben war Lime der erste Anbieter geteilter Mikromobilität mit einem von der SBTi validierten, wissenschaftsbasierten Netto-Null-Ziel für alle drei Emissionsbereiche. Der aktuelle Treibhausgasbericht wurde mit Unterstützung des Nachhaltigkeits- und Klimadienstleisters Optera erstellt, der inzwischen zu Green Project Technologies gehört.

Seit dem Basisjahr 2019 hat Lime seine absoluten Scope-1- und Scope-2-Emissionen um 77,2 Prozent reduziert. Scope 1 umfasst direkte Emissionen aus Quellen, die Lime selbst besitzt oder kontrolliert. Scope 2 erfasst indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie.

Zu den Maßnahmen, die zu dieser Entwicklung beigetragen haben, gehören:

• der Einsatz erneuerbarer Energien in Betriebsstätten und beim Laden der Akkus,
• die weitere Elektrifizierung der Betriebsfahrzeuge,
• der Einsatz austauschbarer Akkus,
• effizientere Betriebsabläufe sowie
• die vollständige Abdeckung des eingekauften Stroms für das Laden der Flotte und für von Lime betriebene Standorte durch Ökostromprogramme oder durch einen Ausgleich des Verbrauchs mit Zertifikaten für erneuerbare Energien. Dadurch lagen die marktbasierten Scope-2-Emissionen bei null.

Dadurch lagen die marktbasiert berechneten Scope-2-Emissionen 2025 bei null. Die standortbasierten Emissionen, die den jeweiligen Strommix vor Ort berücksichtigen, werden im Treibhausgasbericht gesondert ausgewiesen.

Beitrag zu den Klimazielen von Städten

Mit geteilten E-Bikes und E-Scootern möchte Lime Städten eine Alternative zu emissionsintensiveren Verkehrsmitteln anbieten. Nach Ansicht des Unternehmens können die Fahrzeuge insbesondere auf kürzeren Strecken dazu beitragen, die Abhängigkeit vom privaten Pkw zu verringern.

Eine von Lime und Covo Intelligence durchgeführte Befragung in fünf nordamerikanischen Städten(1) ergab, dass mehr als 70 Prozent der Befragten Lime als Unterstützung für eine nachhaltigere Fortbewegung wahrnehmen. Mehr als die Hälfte erklärte, dass gemeinsam genutzte E-Bikes und E-Scooter den eigenen Arbeitsweg erleichtern würden. Fast neun von zehn Befragten gaben zudem an, ihr alltägliches Verhalten aufgrund gestiegener Lebenshaltungskosten angepasst zu haben.

Für die Untersuchung wurden zwischen dem 11. Februar und dem 2. März 2026 insgesamt 3.013 Erwachsene im Alter von 18 bis 55 Jahren in Chicago, New York, Seattle, Vancouver und San Francisco online befragt. In jedem Markt wurde auf eine ausgewogene Geschlechterverteilung geachtet. Zudem nahmen pro Markt mindestens 100 Personen teil, die Lime wenigstens einige Male pro Jahr nutzen.

Schwerpunkte im Jahr 2025

Im Jahr 2025 weitete Lime mehrere zuvor erprobte Maßnahmen zur Dekarbonisierung aus:

• Emissionsärmere Logistik
In Europa setzte Lime für Transporte zwischen Häfen und Logistikstandorten verstärkt Speditionspartner ein, die den erneuerbaren Kraftstoff HVO100 verwenden. Die entsprechenden Transporte wurden 2025 auf mehr als 16 europäische Städte und insgesamt 350 Fahrten ausgeweitet. Daneben baute Lime den Einsatz elektrischer Lastwagen aus, der 2024 zunächst in Nordamerika begonnen und anschließend auf Europa übertragen worden war.
• Emissionsärmere Beschaffung
Lime verwendet nach eigenen Angaben seit mehreren Jahren Komponenten mit einem geringeren CO₂-Fußabdruck, darunter emissionsärmer produziertes Aluminium und mit erneuerbarer Energie hergestellte Batteriezellen. Durch die Ausweitung dieser Beschaffung sank die geschätzte Emissionsintensität der Produktion von Batterien, E-Scootern, LimeBikes und Glidern 2025 um 25,3 Prozent je produzierter Einheit.
• Längere Fahrzeuglebensdauer und Reparaturen
Modular entwickelte Fahrzeuge, die Reparatur und Wiederverwendung einzelner Komponenten sowie ein ausgeweitetes Reparaturprogramm direkt im Einsatzgebiet sollen dazu beitragen, die Lebensdauer der Fahrzeuge zu verlängern und den betrieblichen Aufwand zu verringern.
• Kreislaufwirtschaft für Elektromobilität
Lime arbeitete 2025 verstärkt mit Redwood Materials und Cyclic Materials zusammen. Die Unternehmen recyceln ausgediente Lithium-Ionen-Akkus beziehungsweise Elektromotoren aus der E-Bike- und E-Scooter-Flotte. Dabei zurückgewonnene Rohstoffe sollen erneut in die Lieferkette für Elektromobilität eingebracht werden.

(1) How micromobility is shaping and being shaped by trends in city life across North America - https://www.li.me/blog/how-micromobility-is-shaping-and-being-shaped-by-trends-in-city-life-across-north-america

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