Infrastruktur und Reichweite sind vorhanden
Bio-LNG sei heute keine reine Übergangslösung mehr, betont Köpke. Verbio verweist auf eine europaweit ausgebaute Infrastruktur und auf die Produktion in Deutschland und Europa. Dadurch könne der Kraftstoff stärker von den Entwicklungen an den Weltmärkten entkoppelt werden und Speditionen mehr Planungssicherheit bieten.Auch bei den Fahrzeugen sieht Verbio die Technologie als praxistauglich an. Im eigenen Fuhrpark kommen nach Angaben von Köpke rund 170 CNG- und LNG-Lkw zum Einsatz. In Deutschland stehen über verschiedene Hersteller hinweg mehr als 200 Tankstellen zur Verfügung. Damit liege der durchschnittliche Tankstellenabstand bei etwa 60 Kilometern.Die Reichweite moderner LNG-Lkw beträgt laut Köpke je nach Tankvolumen und Einsatzzweck zwischen 1.000 und 1.800 Kilometern. Aus seiner Sicht sind damit sowohl die Fahrzeugtechnik als auch die notwendige Infrastruktur vorhanden, um Bio-LNG im logistischen Alltag einzusetzen.
Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil
Neben dem Kraftstoffpreis spielt für Speditionen die Nachfrage nach emissionsärmeren Transporten eine zunehmend wichtige Rolle. Verbio sieht darin einen zusätzlichen wirtschaftlichen Vorteil von Bio-LNG und Bio-CNG. Über die Nutzung entsprechender Kraftstoffe könnten CO_2-Zertifikate entstehen, die an Auftraggeber weitergegeben und für deren ESG- oder CSRD-Berichterstattung genutzt werden können.Ob Bio-LNG oder batterieelektrischer Lkw die bessere Wahl ist, sollte aus Sicht von Köpke anhand der Gesamtkosten berechnet werden. Entscheidend seien unter anderem die Preise für Kraftstoff, Strom und Fahrzeuge sowie die jeweiligen Einsatzbedingungen.
Welche Argumente für Bio-LNG sprechen und wie Verbio die Kosten im Vergleich zum batterieelektrischen Antrieb bewertet, erläutert Herr Köpke im vollständigen ZERO Quick Talk von der IAA Transportation 2026.