tesa, internationaler Hersteller Klebebänder und selbstklebender Produktlösungen, und EWE haben in Hamburg einen Liefervertrag über jährlich 500 Tonnen grünen Wasserstoff unterzeichnet. Die Vereinbarung zwischen der EWE HYDROGEN GmbH und der tesa Werk Hamburg GmbH wurde von EWE-CEO Stefan Dohler und tesa-CEO Dr. Kourosh Bahrami besiegelt. Damit deckt EWE ab 2028 den geplanten jährlichen Wasserstoffbedarf des tesa Werk Hamburg. Der Wasserstoff soll dort für die Dampferzeugung eingesetzt werden und fossile Energieträger ersetzen.
Wasserstoff aus Emden für Hamburg
Der für tesa vorgesehene grüne Wasserstoff wird in der 320-Megawatt-Wasserstofferzeugungsanlage von EWE in Emden erzeugt, die Ende 2027 in Betrieb gehen soll. Die Erzeugung erfolgt per Elektrolyse mit Strom aus erneuerbaren Energien und wird die europäischen Anforderungen an erneuerbaren Wasserstoff (RFNBO) erfüllen. Von dort soll der Wasserstoff über das entstehende Wasserstoff-Kernnetz nach Hamburg gelangen.
tesa bereitet parallel den Anschluss seines Werks an das Hamburger Wasserstoff-Industrie-Netz HH-WIN vor. Der Anschluss soll bis Ende 2027 errichtet sein, die erste Wasserstoffnutzung in der Dampferzeugung ist ab 2028 vorgesehen.
„Wir wollen unsere Produktion bis 2030 schrittweise klimaneutral ausrichten und schaffen im Werk Hamburg die technischen Voraussetzungen dafür. Grüner Wasserstoff ergänzt Elektrifizierung, Wärmespeicherung und intelligente Energiesteuerung dort, wo Prozesswärme nicht vollständig elektrifiziert werden kann. So verbinden wir messbare CO₂-Reduktion mit einer verlässlichen und zukunftsfähigen Produktion für unsere Kunden. Der Vertrag mit EWE ist deshalb nicht nur ein wichtiger Schritt für unsere Klimaziele, sondern auch für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Standorts“, sagt Dr. Kourosh Bahrami, CEO der tesa SE.
500 Tonnen decken geplanten Wasserstoffbedarf
Das tesa-Werk Hamburg ist der größte Energie- und Emissionsstandort im tesa-Verbund. Sein Transformationskonzept verbindet Effizienzsteigerung, Elektrifizierung mit Wärmespeicher, eine KI-gestützte Steuerung der Energieflüsse und grünen Wasserstoff. Ab Januar 2028 will tesa jährlich rund 500 Tonnen grünen Wasserstoff aus Emden für die Dampferzeugung einsetzen. Dadurch sollen die Emissionen des Werks um rund 6.000 Tonnen CO₂e pro Jahr sinken. Zwei H₂-ready Dual-Fuel-Dampfkessel schaffen dafür die technischen Voraussetzungen; der erste ist bereits installiert und angeschlossen.
Infrastruktur für den Wasserstoffhochlauf
EWE bündelt wesentliche Teile der Wasserstoff-Wertschöpfungskette – von der Erzeugung über Transport und Speicherung bis zur Lieferung an industrielle Kunden. Im Rahmen des IPCEI-Großvorhabens „Clean Hydrogen Coastline“ entstehen dafür in Nordwestdeutschland Elektrolyse-, Speicher- und Pipelineinfrastrukturen. Bund und Land Niedersachsen unterstützen den Aufbau dieser Wasserstoffinfrastruktur mit Fördermitteln. Dazu gehört auch die 320-Megawatt-Erzeugungsanlage in Emden, aus der der Wasserstoff für tesa stammen wird. Der Liefervertrag selbst ist eine privatwirtschaftliche Vereinbarung zwischen EWE HYDROGEN GmbH und tesa Werk Hamburg.
Auch die Transformation des tesa-Werks Hamburg wird öffentlich unterstützt. tesa erhält für das Vorhaben Förderung über einen Klimaschutzvertrag des Bundeswirtschaftsministeriums sowie lokale Förderung durch die IFB Hamburg. Für EWE ist die Vereinbarung mit tesa zugleich der erste Wasserstoffliefervertrag, bei dem auf Kundenseite ein Klimaschutzvertrag des Bundes den Einsatz von grünem Wasserstoff unterstützt. Der Vertrag zeigt damit konkret, wie staatliche Instrumente industrielle Nachfrage anstoßen und zum Hochlauf des Wasserstoffmarktes beitragen können.
Partnerschaften bringen den Wasserstoffmarkt voran
Der Vertrag mit tesa zeigt, dass konkrete industrielle Anwendungen für grünen Wasserstoff entstehen. Der Markthochlauf ist jedoch weiterhin auf Förderung angewiesen. Damit aus einzelnen Projekten ein tragfähiger Markt entsteht, braucht es weitere industrielle Partnerschaften sowie verlässliche Rahmenbedingungen. Aus Sicht von EWE gehören dazu insbesondere wettbewerbsfähige Strompreise, praxistaugliche Produktionsvorgaben und ausreichend erneuerbarer Strom.