ZERO Quick Talk mit Frédéric Ridou @ IAA Transportation 2026
Tim-Oliver Frische, ZERO-Chefredakteur im ZERO Quick Talk mit Frédéric Ridou, EV Charging Business Development Manager Germany bei Huawai Technologies Deutschland auf der IAA Transportation 2026 in Hannover.
Huawei FusionCharge ist förderfähig im aktuellen BMV-Programm für E-Lkw-Ladeinfrastruktur.

Bild: (c)DVV

IAA Transportation 2026: Huawei kombiniert Lkw-Ladeinfrastruktur mit Batteriespeichern

28.09.2026

Der Hochlauf elektrischer Lkw stellt Logistikunternehmen vor eine zentrale Herausforderung: Viele Standorte verfügen noch nicht über ausreichend Netzanschlussleistung für große Fahrzeugflotten. Im ZERO Quick Talk auf der IAA Transportation 2026 erläutert ein Vertreter von Huawei, wie die Lösung FusionCharge mit leistungsfähiger Ladeinfrastruktur, Batteriespeichern und Solarenergie kombiniert werden kann.

Ladeinfrastruktur für Depots und Autobahnen

Huawei ist längst nicht mehr nur als Hersteller von Mobiltelefonen aktiv. Das Unternehmen entwickelt unter anderem Lösungen für erneuerbare Energien, Stromspeicher und Leistungselektronik. Mit FusionCharge will Huawei eine Rolle beim Aufbau der Ladeinfrastruktur für elektrische Lkw übernehmen – sowohl auf Logistikdepots als auch an öffentlichen Ladestandorten entlang der Autobahnen.Die Ladeeinheiten können nach Angaben des Huawei-Vertreters mit bis zu 600 Ampere arbeiten. Weitere Systeme ermöglichen demnach Ladeleistungen von mehr als 800 Ampere. Damit sollen auch die hohen Leistungsanforderungen elektrischer Lkw abgedeckt werden.

Batteriespeicher überbrücken fehlende Netzleistung

Eine Herausforderung bleibt die vielerorts fehlende Netzanschlussleistung. Für große Lkw-Flotten reicht die vorhandene Leistung am Standort oft nicht aus, um mehrere Fahrzeuge gleichzeitig zu laden. Huawei setzt deshalb auf die Kombination aus Ladeinfrastruktur und Batteriespeichern.Auf der IAA Transportation zeigt das Unternehmen unter anderem eine Speicherlösung mit einer Kapazität von 240 kWh. Sie kann bis zu 108 kW Wechselstrom bereitstellen und den Ladevorgang unterstützen. So lässt sich die verfügbare Netzleistung ergänzen und die Ladeinfrastruktur auch dort einsetzen, wo ein umfassender Netzausbau kurzfristig nicht möglich ist.Als Besonderheit nennt Huawei eine direkt an die Ladeeinheit gekoppelte Speicherlösung. Diese sogenannte DC-gekoppelte Variante soll die Projektierung vereinfachen. Nach Aussage des Huawei-Vertreters sei dafür keine separate Genehmigung des Netzbetreibers erforderlich, sondern lediglich eine Erklärung. Die konkreten Anforderungen können jedoch vom jeweiligen Projekt und Netzbetreiber abhängen.

Modular und skalierbar für unterschiedliche Standorte

FusionCharge ist modular aufgebaut. Ladepunkte und sogenannte Power Units lassen sich je nach Leistungsbedarf konfigurieren. An eine Power Unit können bis zu zwölf Ladepunkte angeschlossen werden. Auch die Speichereinheiten lassen sich entsprechend dem gewünschten Leistungs- und Kapazitätsbedarf erweitern.Die Lösung kommt laut Huawei bereits bei öffentlichen Ladeinfrastrukturbetreibern und Logistikunternehmen in Europa zum Einsatz. Als Beispiel nennt der Gesprächspartner den französischen Betreiber Elektra. Weitere Projekte seien in Vorbereitung oder bereits umgesetzt, könnten aber noch nicht öffentlich genannt werden.

Wie Huawei seine FusionCharge-Lösung für die Elektrifizierung von Lkw-Flotten einsetzt und welche Rolle Batteriespeicher bei begrenzter Netzleistung spielen, erläutert der Huawei-Vertreter im vollständigen ZERO Quick Talk von der IAA Transportation 2026.

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