Nachhaltigkeitskriterien rücken bei der Entwicklung von Logistikimmobilien immer stärker in den Fokus. Eine leistungsstarke Photovoltaikanlage auf dem Dach sowie ein energieeffizientes LED-Beleuchtungssystem und der Einsatz von Wärmepumpen im Halleninneren gehören mittlerweile fast zum Standard von neuen Logistikimmobilien. Doch die Möglichkeiten nachhaltiger Bauweise sind damit bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. Bereits bei der Planung der Gebäude und der Auswahl der Materialien lässt sich ein Zeichen setzen − für weniger Ressourcenverbrauch und weniger Umweltbelastung. Dem Baustoff Holz kommt dabei eine besondere Bedeutung zu.
Im Hafen der niederbayerischen Stadt Straubing hat Garbe Industrial mit dem Joint-Venture-Partner Logicenters Europas derzeit größtes Logistikzentrum in reiner Holzbauweise realisiert. Die Immobilie verfügt über eine Hallenfläche von ca. 24.500 Quadratmetern. Hinzu kommen etwa 1.500 Quadratmeter Lagermezzanin sowie ungefähr 1.100 Quadratmeter für Büros und Sozialräume. Das Besondere daran: Das komplette Tragwerk der Halle inkl. Stützen und Binder, die Mezzaninebenen und die Fassade bestehen aus dem nachwachsenden Rohstoff. Auch der Verladetunnel an der Rückseite des Objekts und der Aufzugschacht, der die Halle mit der Büro- und Mezzaninebene verbindet, wurden aus Massivholz errichtet. Mit einem solchen Ansatz leistet Garbe Industrial zusammen mit den am Bau beteiligten Unternehmen Pionierarbeit.
Höchste ESG-Standards erfüllt
Denn überwiegend kommt Holz heute im Büro- oder Wohnungsbau zum Einsatz. Bei Logistikimmobilien spielt der Baustoff im Vollausbau bislang eher eine untergeordnete Rolle. Triebfeder, das Material auch im industriellen Hallenbau zu verwenden, war zum einen der ESG-Gedanke. Das Gebäude verbindet ökologische Verantwortung mit zukunftsorientierter Logistik und erfüllt höchste ESG-Standards. Zum anderen ging es darum, schlichtweg Erfahrungswerte mit dem Baustoff Holz zu sammeln, denn für Garbe Industrial war es das erste Logistikobjekt in reiner Holzbauweise. Das Ziel: ein Musterbeispiel für nachhaltiges Bauen in großen Dimensionen zu schaffen.
Stichwort E wie Environment: Rund 4.400 Kubikmeter Holz wurden für den Neubau benötigt. Dadurch werden ungefähr 4.500 Tonnen CO2 gebunden. Das verbaute Holz stammt aus nachhaltiger Forstwirtschaft aus PEFC-zertifizierten Wäldern (PEFC: Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes). Für die Konstruktion wurden Fichte und Kiefer aus dem bayerischen Wald und Österreich verwendet. Für die rund 8.000 Quadratmeter große rundum verlaufende Holzfassade kam Douglasie als Außenschalung aus dem Schwarzwald und der Schweiz zum Einsatz. So hebt sich die Außenwand optisch deutlich von sonst üblichen Logistikimmobilien abhebt.
Verbesserte Ökobilanz durch 66 Prozent weniger CO2
Als nachwachsender Rohstoff bietet Holz aufgrund seiner Ökobilanz ganz neue Möglichkeiten, bei der Realisierung von Logistikimmobilien CO2 einzusparen. Für das Gesamtgebäude – ohne Berücksichtigung der Bodenplatte und, die aus CO2-reduziertem Beton gegossen ist – ergibt sich eine Einsparung von 127 Prozent im Vergleich zur herkömmlichen Stahlbetonweise. Das haben Berechnungen des eingesetzten Generalunternehmer Köster ergeben. Die dämmende Wirkung von Holz schafft die Voraussetzungen für eine energieschonende Temperaturführung. Durch den Einsatz von Massivholz kann die Ökobilanz von Logistikneubauten also deutlich verbessert werden.
Die Immobilie in Straubing zeichnet sich durch einen hohen Vorfertigungsgrad aus. Beispiel Fassade: Die einzelnen Elemente wurden vorproduziert und vor Ort verschraubt. Das gilt auch für das Tragwerk. Die Holzelemente wurden zusammengesteckt und mithilfe von Holzschrauben statt mit Dübeln miteinander verbunden. Das vereinfacht nicht nur die Montage und kann die Bauzeit verkürzen. Weiterer Vorteil: Da die Einzelteile aus Holz weniger wiegen als solche aus Beton, fallen weniger Transporte zur Baustelle an. Statt einem Träger aus Beton kann ein Lkw beispielsweise acht Stützen aus Holz gleichzeitig transportieren. Die verringerten Fahrten reduzieren wiederum die CO2-Emissionen.
Nach Grundsätzen des zirkulären Bauens errichtet
Errichtet wurde die Logistikimmobilie mit trimodaler Verkehrsanbindung nach den Grundsätzen des zirkulären Bauens. Bereits während der Planungsphase wurden rückbaubare Konstruktionen und selektive Rückbaukonzepte im Sinne der Kreislaufwirtschaft berücksichtigt. Die Logistikhalle kann so im Laufe ihres Lebenszyklus jederzeit demontiert und an einem anderen Standort wieder aufgebaut werden. Ebenso lassen sich die dort verbauten Baustoffe am Ende der Nutzungsphase wiederverwenden. Auch Instandhaltungs- und Reparaturarbeiten, zum Beispiel der Austausch beschädigter Stützen, sind dank dieser Bauweise mit nur geringem Aufwand möglich.
Auch auf das S (Social) in ESG zahlt die Holzbauweise ein. Holz wird gemeinhin als heimelig empfunden. Das Raumklima wird verbessert. Der Wohlfühlfaktor in einer derartigen Immobilie steigt. Dazu trägt auch die Gestaltung der Außenbereiche bei. Der Übergang zu einem angrenzenden Biotop wurde naturnah angelegt. Sitzbänke im Grünen bieten Rückzugsmöglichkeiten für Mitarbeitende und erhöhen die Aufenthaltsqualität.
Maßgebliche Unterstützung für den Bau der Logistikimmobilie aus Holz kam unter anderem vom Zweckverband des Straubinger Hafens (ZVH), der als Erbbaurechtsgeber das rund 47.000 Quadratmeter große Grundstück zur Verfügung stellte und in Garbe Industrial und Logicenters als Investoren die passenden Partner für dieses Leuchtturmprojekt fand. Mit der Entscheidung, die Logistikimmobilie aus Holz zu errichten, kommen alle Beteiligten – ganz im Sinne des G (Governance) in ESG − ihrer unternehmerischen, ökologischen Verantwortung nach und sind Vorreiter für eine zukunftsgerichtete, nachhaltige Bauweise.
Über die GARBE Industrial GmbH & Co. KG
Die GARBE Industrial GmbH & Co. KG (GARBE Industrial) mit Hauptsitz in Hamburg ist eine der führenden Plattformen für Logistik-, Industrie- und Gewerbeimmobilien in Deutschland und Europa. Das Immobilien-Unternehmen zählt seit über 25 Jahren zu den bedeutendsten unabhängigen Partnern für Transport- und Logistikdienstleister, Handel und produzierendes Gewerbe. Als Developer, Operator und Investor deckt GARBE Industrial die gesamte Wertschöpfungskette einer Immobilie ab und entwickelt, kauft bzw. verkauft, akquiriert, vermietet, verwaltet und finanziert hochwertige Gewerbeimmobilien an attraktiven nationalen und internationalen Verkehrs- und Industriestandorten. Mit einer Mietfläche von rund 7,0 Millionen Quadratmetern und einer Projektentwicklungs-Pipeline von ca. 2,0 Millionen Quadratmetern in Deutschland und Europa verwaltet GARBE Industrial derzeit ein Immobilien- und Fondsvermögen von rund 10,4 Milliarden Euro (Stand 31. März 2025).
GARBE verfolgt über die drei Holdinggesellschaften GARBE Industrial Real Estate, GARBE Reside und GARBE Infrastructure die Strategie „Sheds, Beds & Infrastructure“. Unter dem Dach der GARBE Industrial Real Estate bündeln GARBE Industrial, GRR GARBE Retail, GARBE Data Centers und GARBE Insite ihre Expertise im Bereich Sheds. Die operativen Einheiten schaffen eine voll integrierte Immobilienplattform, die die gesamte industrielle Wertschöpfungskette der Assetklassen Industrie- & Logistik-, Spezial- und Einzelhandelsimmobilien übergreifend abdeckt – von der Produktion bis zum Endkunden. Bei GARBE entwickeln und betreuen rund 600 Fachleute an 20 Standorten in 13 Ländern ein Gesamtvolumen von mehr als 15 Mrd. EUR Assets under Management.